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Die Erzherzogin Maria Christina ist die Lieblingstochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und die ältere Schwester von Marie Antoinette. In einem Tagebuch, das ihre Mutter ihr zum siebzehnten Geburtstag schenkt, hält sie ihre Gedanken und Gefühle, Sorgen und Ängste, aber auch politisch-geschichtliche Ereignisse fest. Über einen Zeitraum von sechs Jahren begleitet der Leser Maria Christina durch ihr Leben in der Wiener Hofburg und verfolgt dabei die Entwicklung eines unbedarften, jungen Mädchens hin zu einer ernsthaften, erwachsenen Adeligen.

Der erste Anlass, die leeren Seiten ihres Buches zu füllen, ist ein Gespräch zwischen Prinz Albert von Sachsen und seinem Bruder – die beiden lästern über sie! Voller Empörung gibt sie sich beim ersten offiziellen Treffen mit dem Prinzen kühl und unnahbar. Doch das Schicksal führt die beiden immer wieder zusammen: eine gemeinsame Schlittenfahrt, ein kostbarer Fächer als Geschenk und anregende Gespräche über Kunst und Literatur lassen die Vorurteile schließlich auf beiden Seiten schwinden und eine langjährige Brieffreundschaft entstehen. Aus platonischer Vertrautheit wird die große Liebe, der allerdings Maria Christinas Vater, Kaiser Franz I. Stephan, und die habsburgische Heiratspolitik im Wege stehen…

Bei ihren Geschwistern ist Maria Christina unbeliebt und beneidet. Die erste wirkliche Freundin findet sie erst in ihrer Schwägerin, der spanischen Prinzessin Isabella von Parma, die Maria Christinas Bruder Joseph heiratet. Es entsteht schnell eine sehr innige Freundschaft zwischen den Frauen, die jedoch nicht von allzu langer Dauer ist.

Maria Christina – Tagebuch einer Tochter ist ein wunderbar geistreicher, anspruchsvoll und vergnüglich geschriebener Roman über das Leben am Wiener Hof gegen Ende des 18. Jahrhunderts, über enge Freundschaft und vor allem über den Kampf um die wahre Liebe. Dem Leser wird es durch die Tagebuchform leicht gemacht, am Leben der Heldin teilzunehmen, und durch die sorgfältig recherchierten Details gewinnt er schnell den Eindruck, die Zeit am Hofe Maria Theresias wirklich miterlebt zu haben.